Manager des Jahres: Markus Krampe

Markus_Krampe_Much

Intro:

Das Euregio-Aachen und EA-Music Team hatten heute die wirklich große Ehre Markus Krampe in Much persönlich interviewn zu dürfen. Zugegeben waren wir etwas nervös, da es sich hier nicht um irgendeinen Interviewpartner handelte. Sondern jemanden, der in diesem Jahr u.a. die Auszeichnung „Manager des Jahres“ erhalten hatte und mit allen Großen aus der Musik- und Show-Szene zu tun hat. Wir wurden von seinen Mitarbeitern im Büro in Much und von ihm selbst herzlich und offen begrüßt, dass die Nervosität sofort verflog. Im Gegensatz zu der einhelligen Meinung in vielen Magazinen ist Herr Krampe weder arrogant noch zurückweisend: Unser Redaktionsteam erlebte einen offenherzigen Menschen, der im Geschäftsleben genau weiß wohin er will und sich bei allem verdienten Erfolg genau darüber im Klaren ist, wo er einmal begonnen hat.

Herr Krampe, die Olé-Party-Reihe in Deutschland hat sich zu den beliebtesten Sommer-Party-Festivals entwickelt. 30.000 Zuschauer und mehr zeigen, wie beliebt die Events in Deutschland sind. Wie kam es überhaupt zu dieser Idee?

Die Idee zu so einer Party kam mir, als ich noch knapp 1000 Euro in der Tasche hatte. Mit knapp der Hälfte gründete ich eine Firma und mit der anderen Hälfte überzeugte ich einen Bauern mit einen Acker zu überlassen, auf dem die erste Olé Party stattfand. Nach erst heftigem Widerstand ließ er sich dazu überreden. Ich hatte so kalkuliert, dass wir mit 5.000 Leuten im grünen Bereich gewesen wären. Und es kamen 15.000 Zuschauer. Das war die Geburtsstunde der Olé-Partyreihe.

Was war eigentlich als Jugendlicher ihr Traumberuf?

Ich wollte Profifußballer werden. Spielte in mehreren Jugendauswahlen und befand mich auf dem Weg dorthin. Leider sorgte eine Achillessehnenverletzung dafür, dass es dazu nicht kam.

Die Musikszene unterlag den letzten Jahren einem starken Wandel. Wo sehen Sie die Zukunft der Musikszene?

In der Entwicklung neuer Klänge und Styles. „Atemlos“ von Helene Fischer ist das beste Beispiel dafür, wie neue Sounds quer durch die Gesellschaft alle fesseln. Egal ob Rocker oder nicht, dieser Song wurde überall rauf und runter gespielt und begeisterte Alt und Jung gleichermaßen.

Was hätten Sie gemacht, wenn das erste Festival „nicht“ funktioniert hätte und sie somit nicht ins Musikmanagement und Veranstalter-Business hätten einsteigen können?

Ich bin Berufsoptimist. Wenn ich etwas beginne, bin ich davon überzeugt, dass es funktioniert. Eine Alternative war somit nicht nötig.

Hatten Sie eigentlich keine Sorge mit dieser Art von Partys das Klischee-Bild der Deutschen und deren Art „Ballermann-Partys“ zu feiern zu bedienen?

Markus Krampe bei Aachen Ole

Nein, da die Sommerfestival-Reihe von Anfang an anders geplant war. Ich wollte explizit diese Art von Partys „entasozialisieren“. Daher legen wir großen Wert darauf, dass stets ein schönes Ambiente, ein gutes Motto und gute Stars auf den Bühnen stehen. Bei uns können sich alle zum Feiern treffen: Kegel-, Sport- und Thekenmannschaften. Aber auch Vereine, Frauengruppen und Firmen. Da das Niveau auf den Partys gut ist und die Leute einfach nur entspannt und sorgenfrei feiern möchten.

Sie sind dieses Jahr nicht ohne Grund Manager des Jahres 2014 geworden, erhielten den begehrten LEA Award und wurden gemeinsam mit Michael Wender mit dem „Solidarfonds Award 2014“ ausgezeichnet. Gibt es auch einmal Momente wo ein Markus Krampe abschaltet und nicht auf Höchstleistung aus ist?

Ich kann leider kaum abschalten, da ich stets über Planungen nachdenke und organisatorische Abläufe im Kopf habe. Aber es gibt 2 mal die Woche ein paar Stunden, wo ich es dann doch schaffe. Mein innerster Zirkel weiß dann auch, dass ich absolut nicht gestört werden möchte. Dann spiele ich mit Freunden eine Runde Fußball. Trotz der damaligen Verletzung an der Achillessehne ist Fußball meine große Leidenschaft geblieben und wenn ich auf den Platz gehe und spiele, vergesse ich tatsächlich einmal alles um mich herum.

Die Art der Kritik gegen Künstler und Menschen, die im Musikbereich auf ihrem Level tätig sind, sind oft sehr hart. Wie gehen sie damit um?

Man muss das persönliche hier komplett abschalten. Es geht um das reine Geschäft. Manchmal staune ich nur, wie Berichterstattungen komplett verdreht werden. Doch im Endeffekt ist diese harte Kritik auch nur Werbung für einen. Man muss nur lernen damit umzugehen und sie nicht persönlich zu nehmen.

Sie haben Ihr Agentur-Büro im „beschaulichen“ Much. Warum nicht in einer pulsierenden Stadt wie Köln, Düsseldorf oder vielleicht sogar Berlin?

Ich hatte einmal durch einen guten Bekannten ein Büro im beliebten Kölner Kranhaus vermittelt bekommen. Wenn ich dann morgens von hier aus dahin wollte, stand ich oft über 1 Stunde im Stau und kam schon von der grauenhaften Verkehrssituation genervt dort an. Darauf hatte ich einfach keine Lust mehr.

Daher expandieren wir nun hier. Das Büro ist mittlerweile zu klein geworden. Wir haben 3000 qm hier in der Nähe in einem kleinen Industriegebiet gekauft. Dort entstehen ein Bürogebäude und eine Halle. Da wir zukünftig das Catering auf den Events selbst übernehmen, brauchen wir einfach mehr Platz.

Wie ist eigentlich Ihre persönliche Meinung von den beliebten TV-Casting-Shows?

Davon halte ich gar nichts. Und für die Branche selbst hat es überhaupt keine große Bedeutung. Es dient lediglich als große Abendunterhaltung für die Zuschauer. Die meisten Sänger/Sängerinnen aus diesen Shows verschwinden nach Ende der Casting-Show und der anschließen Tournee nach 5-6 Monaten von der Bildfläche. Nur ganz wenige Leute, wie z.B. Beatrice Egli, die ihrem Stil treu geblieben sind, die haben eine Chance sich am Markt über die Fans langfristig zu etablieren.

Man muss auch bedenken, was diesen jungen Leuten zugemutet wird. Die wachsen ja nicht wie andere Sänger in ihre Aufgabe als „Star“ hinein. Wie z.B. ein Michael Wendler, der sich wirklich von ganz unten hoch gekämpft hat. Der auch weiß was es bedeutet vor 10 Leuten oder 10.000 Leuten aufzutreten. Die Casting-Show-Teilnehmer werden aus ihrem gewohnten Umfeld heraus in die absolute Hysterie katapultiert und sind diesem Druck kaum gewachsen. Wer weiß denn schon was es bedeutet, wenn eine schlechte Pressekritik und Fanmeinung urplötzlich per Fernsehen, Zeitungen und Internet von einem Millionen Publikum diskutiert wird. Mark Medlock, der eine Wahnsinnszukunft vor sich hatte, konnte diesem Druck einfach nicht mehr standhalten und hat die Reißleine gezogen. Auch wenn er seinem „Ziehvater“ Bohlen damit sicherlich persönlich getroffen hat. Aus Sicht von Medlock ist das Verhalten menschlich zu verstehen.

Was war für Sie das herausragenste Erlebnis in Ihrer Laufbahn?

Auf jeden Fall die Auszeichnungen in diesem Jahr. Manager des Jahres ist schon etwas auf das ich sehr stolz bin. Zumal ich es damit allen gezeigt haben, die beim Start der Sommerparty-Reihe nicht an mich geglaubt haben. Heute natürlich alle wieder „Schulter-Klopfend“ da sind und behaupten, sie hätten das doch immer gewusst. Doch die ehemaligen Draufklopfer und die mich als „Großmaul“ bezeichnet haben werden nie wieder eine Chance haben mit mir zusammen zu arbeiten. Egal wie sehr sie sich bemühen.

Was wünschen Sie sich für Deutschland für die Zukunft?

Deutschland ist Weltmeister im „sich-selbst-schlecht-machen“. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen mehr an sich selbst glauben, Dinge einfach probieren und somit nicht nur sich selbst sondern auch unser Land nach vorne bringen.

(Fotos: Markus Krampe in seinem Büro in Much bei ProEvent und bei Aachen Ole'. Fotografiert von Gustav Pohland)
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