Slaves spielen sich in die Herzen der Indie-Kultur

imageDebütalbum „Are You Satisfied?“ erscheint am 29. Mai
Im November erste deutsche Live-Konzerte in Berlin und Köln

In Zeiten, in denen der ursprünglich stark politisch und gesellschaftlich geprägte Punk immer mehr zum Pop- und Mode-Phänomen wird, ist die kantige und angriffslustige Inkarnation dieses Stils, den die Slaves anbieten, eine regelrechte Wohltat. Für das Duo bedeutet Punkmusik eine Rückkehr zu den Wurzeln des Genres, zu kurzen, knackigen Songs mit hymnischen Refrains und gesellschaftlich bedeutenden Inhalten. 2012 gegründet, konnten die Slaves aus Turnbridge Wells in der Grafschaft Kent zügig zahlreiche prominente Freunde gewinnen, darunter Jamie T und Interpol, die das Duo mit auf Tournee nahmen, oder The Libertines, mit denen die Slaves im Juli die Konzertbühnen teilen. Die Band, die auch auf der bedeutenden Liste „BBC Sound of 2015“ notiert war und bereits viele exklusive Radio-Sessions absolvierte, wird nach drei vielbeachteten Singles und einer ersten EP am 29. Mai ihr Debütalbum „Are You Satisfied?“ veröffentlichen. Im November kommen sie für ihre ersten beiden deutschen Clubshows nach Berlin und Köln.

Die Nation ist im Eimer – aber Hauptsache, wir sind bereit für die nächste Party: Unter diesem durchaus sarkastisch zu verstehenden Motto stehen viele der lyrischen Ansätze in den pointierten Songs der Slaves. Mit einem feinen Sinn für britisch-schwarzen Humor nehmen sie sich selbst von dieser Oberflächlichkeit nicht aus, sondern betrachten sich als Teil dieser Kultur – um sie von innen heraus zu sezieren. Dies aber nicht mit dem für Polit-Punk sonst gewohnten erhobenen Zeigefinger, sondern mit einer Cleverness und subtilen Angriffslust, die sich im Songwriting in gleicher Weise widerspiegelt. Mit dem Fazit: Dass Punk zu Pop wurde, lässt sich nicht mehr ändern. Dass dieser neue Pop aber gehaltlos ist, durchaus. Und ja: Man darf ruhig die Hüften bewegen und eine gute Zeit haben, muss deswegen das Nachdenken aber nicht völlig einstellen. Slaves machen damit eben zeitgemäßen Gesellschafts- statt Polit-Punk.

Es dürfte Laurie Vincent (Gitarre/Gesang) und Isaac Holman (Drums, Gesang) bei ihrer Suche nach dem optimalen Ansatz zwischen Popkultur, Gesellschaftskritik und einem ureigenen Indie-Gefühl sicher geholfen haben, dass jene abseits der großen Hipster-Zentren wie London oder Manchester geschah. Ganz auf sich selbst gestellt, konnten sie unbeeinflusst von jeder Szene ein eigenes Konzept entwickeln, das sich als ebenso kommerziell wie gesellschaftlich tragfähig erweist. Wie sehr, zeigte das Feedback auf ihre ersten Songs.

So etwa im Rahmen der ‚NME Awards Tour‘, wo sie allabendlich zu den Abräumern des Billings zählten. Oder während ihrer Radio-Show bei BBC-Legende Huw Stevens, wo sie mit einer Coverversion des LCD Soundsystem-Tracks „Daft Punk Is Playing At My House“ demonstrierten, dass sie sich auch in popkulturellen Strömungen zu Hause fühlen. Oder, als sie als blutjunge Newcomer in die renommierte Show „Later... With Jools Holland“ eingeladen wurden und gestandene Kollegen mit ihrem brodelnden Sound locker an die Wand spielten.

Laurie Vincent erklärt: „Was für einen Grund sollte es geben, eine Show zu spielen, wenn nicht den, dass man bei jedem Zuschauer einen bleibenden Eindruck hinterlässt?“ Das gelingt ihnen in Reihe und dürfte ab dem 29. Mai umso nachhaltiger wirken, wenn das langerwartete Debütalbum „Are You Satisfied?“ erscheint. Auf diesem Werk geht es wüst und ungezügelt zu, ein schwarzhumoriges, angriffslustiges Biest von einer Platte, das Europa und all seine Indie-Rock-Fans ohne Zweifel die zweite Jahreshälfte begleiten wird.

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